Kultur in Bewegung:
Jahreshighlights 2021–2025
2021–2025
2021
Museen entwickeln neue digitale Formate
Pandemiebedingt verlagerten die LWL-Museen viele Angebote ins Internet. Die Ausstellung „Passion Leidenschaft. Die Kunst der großen Gefühle“ wurde über Zoom-Führungen digital vermittelt. Gleichzeitig entstanden neue Formate wie hybride Führungen im LWL-Museum für Archäologie oder Online-Vorträge des LWL-Museums für Naturkunde, die 2021 rund 62.000 digitale Zuschauer:innen erreichten.
125 Jahre Landesforschung in Westfalen
Mit einer Jubiläumstagung im LWL-Museum für Kunst und Kultur feierten die Historische Kommission für Westfalen und die Altertumskommission für Westfalen ihr 125-jähriges Bestehen. Wissenschaftler:innen diskutierten neue Ansätze historischer und archäologischer Landesforschung. Ein History Slam brachte archäologische und historische Forschung mit kurzen, unterhaltsamen Vorträgen auf die Bühne. Die Tagung zeigte, wie moderne Landesforschung heute arbeitet: mit neuen Methoden, digitalen Formaten und im Austausch mit einer breiten Öffentlichkeit.
„Futur 21“ eröffnet neue Perspektiven auf Industriekultur
Mit dem Medienkunstfestival „Futur 21 – kunst industrie kultur“ brachten LWL und LVR digitale Kunst in großem Umfang in ihre 16 Industriemuseen in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt 32 künstlerische Arbeiten verbanden industrielle Vergangenheit mit Zukunftsfragen wie Klimawandel, Energie, Ressourcen und künstlicher Intelligenz. Die historischen Industrieorte wurden damit zu Bühnen für digitale Kunst und zu Foren für die großen Zukunftsdebatten des 21. Jahrhunderts.
2022
Sonderausstellung „Das Klima“ eröffnet
Im LWL-Museum für Naturkunde in Münster startete die große Sonderausstellung „Das Klima“. Auf rund 1.000 Quadratmetern konnten Besucher:innen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Klimasystems der Erde erkunden. Bereits sechs Monate nach der Eröffnung begrüßte das Museum den 100.000. Gast. Insgesamt besuchten 2022 rund 272.000 Menschen das Museum. Das über 130 Jahre alte Haus ist das älteste der LWL-Museen und beherbergt mit rund 2,3 Millionen Objekten die größte naturkundliche Sammlung Westfalens.
Kathedralen aus Legosteinen ziehen junge Menschen an
Mit der Ausstellung „Stein auf Stein – Großkirchen im Miniaturformat“ gelang dem LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn ein Publikumserfolg. Aufwendig gebaute Kathedralen aus Millionen Legosteinen begeisterten vor allem Kinder und Jugendliche. Die Ausstellung zog neue Besuchendengruppen an und ließ die Besuchszahlen des Museums auf rund 20.000 Gäste steigen – fast viermal so viele wie im Jahr zuvor.
„Archäologische Zeitmaschine“ auf Tour
Mit der Archäologischen Zeitmaschine brachte der LWL virtuelle Archäologie mitten in die Innenstädte Westfalens. In fünf Städten erlebten Besucher:innen mit Virtual-Reality-Brillen Reisen in Jungsteinzeit, Römerzeit und Mittelalter – wissenschaftlich fundiert und zugleich unterhaltsam inszeniert. Das Pionierprojekt der LWL-Archäologie und der Altertumskommission zeigte neue Wege der Wissensvermittlung und brachte Archäologie dorthin, wo die Menschen sind.
Dalheimer Klostermarkt feiert 20-jähriges Jubiläum
Zum 20. Mal verwandelte sich das Kloster Dalheim in einen Treffpunkt klösterlicher Kultur: Rund 40 Ordensgemeinschaften aus ganz Europa brachten ihre Produkte und Traditionen jährlich nach Westfalen. Mit rund 15.000 Gästen hat sich der Dalheimer Klostermarkt zu Europas größtem Klostermarkt und zu einem festen Publikumsmagneten entwickelt.
2023
Kunstmuseum erreicht wieder Vor-Pandemie-Niveau
Mit großen Ausstellungen wie „Nudes“ und „Sommer der Moderne“ verzeichnete das LWL-Museum für Kunst und Kultur wieder 151.000 Gäste. Besonders beliebt, insbesondere bei jungen Menschen, sind die monatlichen Langen Freitage mit freiem Eintritt: Rund 23.000 Menschen nutzten 2023 dieses Angebot.
„IndustrieInsekten“ begeistern das Publikum
Mit großen Ausstellungen wie „Nudes“ und „Sommer der Moderne“ verzeichnete das LWL-Museum für Kunst und Kultur wieder 151.000 Gäste. Besonders beliebt, insbesondere bei jungen Menschen, sind die monatlichen Langen Freitage mit freiem Eintritt: Rund 23.000 Menschen nutzten 2023 dieses Angebot.
Glasherstellung wird UNESCO-Weltkulturerbe
Die manuelle Glasfertigung wurde in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Das LWL-Museum Glashütte Gernheim war maßgeblich an der internationalen Bewerbung beteiligt. Die Auszeichnung würdigt eine über 2.000 Jahre alte Handwerkstradition, die in Gernheim bis heute lebendig gehalten wird.
Romantischer Weihnachtsmarkt begeistert Besucher:innen
Der „Romantische Weihnachtsmarkt“ im LWL-Freilichtmuseum Hagen lockte rund 20.000 Gäste ins Mäckingerbachtal. Zwischen illuminierten Fachwerkhäusern und festlich geschmückten Hütten entsteht eine besondere Atmosphäre, die den Markt seit mehr als 20 Jahren zu einem Publikumsmagneten macht.
Sonderausstellung „Modern Times“ eröffnet
Mit der Sonderausstellung „Modern Times“ präsentierte das LWL-Museum für Archäologie und Kultur erstmals umfassend archäologische Funde der vergangenen 200 Jahre. Die innovative Schau machte die Archäologie der Moderne sichtbar und erprobte zugleich eine klimasensible Ausstellungsgestaltung als Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie des LWL.
2024
Museen als Orte der Demokratie
Bei einer bundesweiten Tagung von LWL und LVR in Dortmund diskutierten rund 450 Fachleute aus Museen, Kultur, Wissenschaft und Medien, wie Museen als Orte demokratischer Bildung und gesellschaftlichen Austauschs gestärkt werden können. Gemeinsam mit bundesweiten Kultur- und Museumsverbänden setzte der LWL damit ein starkes Signal für Kulturinstitutionen als aktive Räume des demokratischen Austauschs. Die zentralen Beiträge und Diskussionen wurden in einer 2025 erschienen Tagungspublikation dokumentiert.
Römertage lassen Antike lebendig werden
Bei den Römertagen rund um das LWL-Römermuseum in Haltern am See erlebten rund 16.000 Besucher:innen Gladiatorenkämpfe, Legionärsalltag und römisches Handwerk hautnah. Das beliebte Event trug dazu bei, dass das Museum 2024 mit mehr als 60.000 Gästen sein besuchsstärkstes Jahr ohne Sonderausstellung erreichte.
Westfälischer Tag für Denkmalpflege: „Denkmalliebe“
Zum 10. Westfälischen Tag für Denkmalpflege lud der LWL rund 180 Fachleute nach Hamm ein. Unter dem Motto „Denkmalliebe“ stellten Expert:innen des LWL-Denkmalfachamtes gemeinsam mit Eigentümer:innen, Planenden und Behörden zehn beispielhafte Projekte vor – vom Fachwerkhaus über Industriedenkmäler bis hin zum barocken Deckengemälde. Die Jubiläumsveranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Zusammenarbeit und Engagement zum Erhalt des kulturellen Erbes beitragen.
Ausstellung „Das ist kolonial“
Im LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund eröffnete die Sonderausstellung „Das ist kolonial. Westfalens (un)sichtbares Erbe“. Auf rund 600 Quadratmetern mit über 250 Exponaten, Hörstationen und künstlerischen Interventionen beleuchtete sie die Spuren und Folgen des Kolonialismus in Westfalen bis in die Gegenwart. Die Ausstellung war zentraler Ankerpunkt für das Themenjahr "POWR! Postkoloniales Westfalen-Lippe" der LWL-Kulturstiftung.
Förderung für mehr Vielfalt im Museum
Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster wird im Landesprogramm „Publikum.Personal.Programm – Kultur divers und inklusiv“ für zwei Jahre mit 100.000 Euro gefördert. Mit der Unterstützung baut das Museum seine Arbeit zu Vielfalt, Teilhabe und barrierefreien Angeboten weiter aus und entwickelt eine langfristige Strategie für ein Museum, das Publikum, Personal und Programm gleichermaßen divers und inklusiv denkt.
2025
Jubiläumsjahr „1250 Jahre Westfalen“
Mit dem Kulturprogramm „1250 Jahre Westfalen“ würdigten der LWL und die LWL-Kulturstiftung die erste urkundliche Erwähnung der Region im Jahr 775. Mehr als 500 Veranstaltungen an über 80 Orten erreichten rund 100.000 Besucher:innen vor Ort sowie zehntausende Menschen über digitale Angebote. Als prominente Unterstützung übernahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft zum Kulturprogramm und besuchte die Ausstellung „775 - Westfalen" im LWL-Museum in der Kaiserpfalz anlässlich des Festaktes und der Eröffnung.
Sonderausstellung „Behind Beauty“
Im LWL-Museum Textilwerk in Bocholt eröffnete die Sonderausstellung „Behind Beauty“. Rund 800 Exponate – von Mode und Kosmetik bis zu Fitness- und Schönheitschirurgie – zeigten auf 600 Quadratmetern, wie sich Schönheitsideale seit dem 19. Jahrhundert entwickelt haben und wie Industrie, Werbung und soziale Medien sie bis heute beeinflussen. Interaktive Stationen luden dazu ein, den eigenen Blick auf Schönheit zu hinterfragen.
Westfälische Kulturkonferenz: Künstliche Intelligenz im Fokus
Die 14. Westfälische Kulturkonferenz des LWL in Unna widmete sich dem Thema Künstliche Intelligenz in der Kulturarbeit. Als größte kulturpolitische Fachkonferenz des LWL und zentrale Austauschplattform für Kulturschaffende in Westfalen-Lippe bringt sie jedes Jahr Akteur:innen aus Kultur, Wissenschaft und Politik zusammen. Unter dem Motto „Verstehen – Ausprobieren – Reflektieren“ diskutierten Kulturschaffende, Wissenschaftler:innen und Kulturpolitiker:innen über Chancen, Herausforderungen und ethische Fragen generativer KI. Die LWL-Kulturstiftung überführt dieses Thema in ihrem vierten Förderschwerpunkt 2028 „KI & Kultur" in die praktische Kulturarbeit.