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Monumentale digitale Datenskulptur von Refik Anadol mit rot-orangem, fließendem Muster auf einem runden Sockel im Industrieareal der Henrichshütte Hattingen bei Dämmerung.

LWL-Museen für Industriekultur

Westfälisches Landesmuseum

Drei ehemalige Bergwerke, eine Eisenhütte, eine Textilfabrik, eine Ziegelei, eine Glashütte und ein Schiffshebewerk bilden den Verbund der LWLMuseen für Industriekultur. Die historischen Gebäude sind zugleich die wichtigsten Exponate des Westfälischen Landesmuseums. Seine zentrale Aufgabe ist es, die Kultur des Industriezeitalters von den Anfängen bis zur Gegenwart zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln, aber auch die Auswirkungen der Industrialisierung auf unsere heutige Welt stärker zu beleuchten. Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Ausstellungen locken die acht Häuser ein breites Publikum an. Über 400.000 Besucher:innen werden jedes Jahr gezählt.

Die LWL-Museen für Industriekultur:

LWL-Museen für Industriekultur gehen neue Wege bei Themen und Vermittlung

Das Westfälische Landesmuseum für Industriekultur hat in den vergangenen fünf Jahren einen Paradigmenwechsel vollzogen – und das gleich auf mehreren Ebenen: aktuelle Themen, innovative Formate und veränderte Namen, verbunden mit einem frischen Design, setzen gut 40 Jahre nach der Museumsgründung neue Akzente.

Den Aufbruch in eine neue Zeit markierte das landesweite Medienkunstfestival „Futur21 – kunst industrie kultur“, mit dem LWL und LVR die Zukunft der Industriegesellschaft im 21. Jahrhundert in den Fokus nahmen, um den Weg zu einer neuen Industriekultur in NRW zu bahnen. Hochaktuelle Themen griffen auch die bundesweit tourende Ausstellung „Power2Change“ zum Thema Energiewende, die Schau „Container“ im Schiffshebewerk über globalen Warenverkehr oder die Wanderausstellung „IndustrieInsekten“ auf.

Kritische Industriekultur

Die Ausweitung des inhaltlichen Spektrums hin zu Fragen aus Gegenwart und Zukunft bildet als „kritische Industriekultur“ eine neue Leitplanke für die Arbeit des Museums. Die Abkehr vom engen Fokus einer eher technisch orientierten Industriegeschichte findet auch der veränderten Namensgebung Ausdruck. So entfiel der Zusatz „Industrie-“ in den Museumstiteln (z.B. wurde aus dem „LWL-Industriemuseum Zeche Zollern“ das „LWL-Museum Zeche Zollern“, usw.). In der Konsequenz wird für den Verbund seither der Plural verwendet: „LWL-Museen für Industriekultur“ statt „LWL-Industriemuseum“. Ein neues Corporate Design sowie eigene Websites für jedes Haus unterstreichen den Paradigmenwechsel und bringen die einzelnen Museen nach außen besser zur Geltung.

Partizipatives Werkstattformat

Nicht nur inhaltlich, sondern auch bei den Vermittlungsformaten gehen die LWL-Museen für Industriekultur neue Wege. So wurde im Rahmen des Themenjahres „(Post)Kolonialismus“ der LWL-Kulturstiftung auf der Zeche Zollern erstmals ein Werkstattformat erprobt, das zur partizipativen Auseinandersetzung mit Westfalens bislang wenig beachteter Kolonialgeschichte einlud.

Das ist kolonial. Westfalens (un)sichtbares Erbe (14.06.2024 - 26.10.2025)

Gemeinsames Podcast-Projekt

Als gemeinsames Projekt der Industriemuseen von LVR und LWL ging 2024 der Podcast „FabrikFunk“ an den Start. Auch hier liegt der Fokus auf gesellschaftlich aktuellen Themen.

Podcast FabrikFunk

Erhalt, Dokumentation und Präsentation immateriellen Kulturerbes

Erfolgreich angelaufen ist ein Kooperationsprojekt der LWL-Museen für Industriekultur und des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte. Unter der Überschrift „Digitizing Living Heritage“ geht es um den Erhalt, die Dokumentation und zeitgemäße Präsentation immateriellen Kulturerbes im Kontext von Industriegeschichte. Ein Meilenstein ist ein Leitfaden zur audiovisuellen Dokumentation historischer Arbeitstechniken.

„Digitizing Living Heritage“

"Digitelling“ – digitaler Rundgang auf der Museumswebseite

Einblicke in die spannende Welt der Musterbücher gewährt seit 2025 ein sogenanntes „Digitelling“ – ein digitaler Rundgang auf der Website des Museums. In einem zweijährigen Forschungsprojekt hatten die LWL-Museen für Industriekultur ihren umfangreichen Bestand an textilen Musterbüchern intensiv untersucht.

Textile Musterbücher aus der Sammlung

Bundesweites Netzwerk

Die LWL-Museen für Industriekultur haben auch als Verbund bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Gründung des „Bundesverbandes Industriekultur Deutschland e.V.“ als neue, starke Stimme für diese vielfältige Szene fand am 1. April 2025 auf der Zeche Zollern in Dortmund statt und ist mit seiner Geschäftsstelle hier angesiedelt.

Mehr als 40 Jahre nach seiner Gründung freut sich das Westfälische Landesmuseum auf Zuwachs: 2026 kommt mit dem Sauerländer Besucherbergwerk Ramsbeck in Bestwig ein neunter Standort zum Verbund hinzu.

Informationen:

Adresse: Grubenweg 5, 44388 Dortmund
Tel.: 0231 6961-0
E-Mail: industriemuseum@lwl.org
Webseite: www.lwl-industriemuseum.de
Direktorin: Dr. Kirsten Baumann

Social Media:

  • Facebook: 5.280 Follower:innen (Stand: 28.08.2025)
  • Instagram: 3.747 Follower:innen (Stand: 28.08.2025)
  • Youtube: 802 Abonnements (Stand: 28.08.2025)